Design und Erkenntnisinteresse

Studiendesign und Forschungsfragen

Das Projekt LifE folgt einem prospektiven Längsschnittdesign, das über einen Zeitraum von nahezu fünf Jahrzehnten die individuelle Entwicklung im Kontext gesellschaftlichen Wandels abbildet. Die methodische Struktur der Studie wird durch drei zentrale Säulen definiert:

Multi-Kohorten-Panel (Generationenverlauf): Die Untersuchung basiert auf einer konstanten Stichprobe (LifE-Generation), die seit 1979 (Alter ca. 12 Jahre) bis heute (Welle 8 im Jahr 2024, Alter ca. 57 Jahre) begleitet wird.

Drei-Generationen-Design: Durch die zusätzliche Einbeziehung der Eltern (G1) in der frühen Projektphase sowie der Kinder (G3) in den Wellen 2012 und 2025 liegt ein verknüpfter Datensatz über drei Familiengenerationen vor.

Multi-Domänen-Ansatz: Das Erhebungsinventar erfasst simultan verschiedene Lebensbereiche, darunter Bildung und Erwerbsverlauf, Familienbeziehungen und Partnerschaft, kulturelle, religiöse und politische Orientierungen sowie Persönlichkeit und Gesundheit.

Aktuelles Erkenntnisinteresse

Mit der achten Erhebungswelle (2024) stehen domänenspezifische Entwicklungsprozesse und Transitionen im späten Erwachsenenalter im Fokus der Analyse. Zentrale Forschungsaspekte sind:
Berufsbiografien und Erwerbsverlauf: Analyse des langfristigen beruflichen Erfolgs unter Berücksichtigung von Geschlechterdifferenzen.

Familiäre Dynamiken und Solidarität: Untersuchung von Paarbeziehungen sowie familialen Austauschprozessen, die durch den Auszug der Kinder („Empty Nest“) und die zunehmende Verantwortlichkeit gegenüber alternden Eltern geprägt sind.

Politik und Wohlbefinden: Stabilität und Wandel politischer Orientierungen sowie Fragen zur individuellen Entscheidungsfreiheit und zur subjektiven Gesundheit.

Ein weiterführendes Erkenntnisinteresse richtet sich auf die Familie als Kontext differenzieller Entwicklung. Durch die Vollerhebung der Kinder der LifE-Generation (G3) im Jahr 2025 wurden Daten generiert, die detaillierte Analysen zu folgenden Themen ermöglichen:

Intergenerationale Übertragungsprozesse: Transmission von Bildungsaspirationen, kulturellen Praktiken, religiösen Zugehörigkeiten und familialen Werten.

Geschwistervergleiche: Untersuchung der Frage nach Chancengleichheit und unterschiedlichen Entwicklungsverläufen innerhalb desselben familialen Kontextes.

Partnerschaft und Elternschaft: Analyse von Erziehungsüberzeugungen und der Qualität familialer Beziehungen in der nachfolgenden Generation.